Die Südstaaten im weiteren Sinn sind eine Region der USA, die zum einen eine bestimmte kulturelle Region bildet, zum anderen eine der Bürgerkriegsparteien im Sezessionskrieg stellten. Nach der Definition des United States Census Bureau bestehen die Südstaaten aus insgesamt 16 Staaten mit knapp 100 Millionen Einwohnern auf 2.384.143 km².

Es handelt sich dabei um jene Bundesstaaten der USA die südlich der Mason - Dixon - Line, der Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland, liegen und in denen bis zum amerikanischen Bürgerkrieg die Sklavenhaltung erlaubt war. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff jene 11 Staaten, die sich 1860/61 nach der Wahl Abraham Lincolns zum US Presidenten von der Union abspalteten, die Konförderierten Staaten von Amerika bildeten und im Sezessionskrieg den Nordstaaten unterlagen.

Geographie

Die meisten Südstaaten haben ein feuchtes subtropisches Klima. Wichtige geographische Merkmale sind (von Ost nach West) die Atlantikküste, die Appalachen, der Mississippi River  und die weiten Landschaften Texas. Die Böden sind meist fruchtbar, die sichere frostfreie Periode beträgt über sechs Monate. Typische Pflanzen der Gegend sind immergrüne Eichen, Mangnolien, Dogwood und Jasmin.

Geschichte Vorkoloniale Zeit

Um das Jahr 800 herum, entwickelten sich erstmals in der Gegend st ratifizierte Gesellschaften, die von einem ökonomischen Überschuss profitierten. Besonders die Mississippi - Kultur ist bemerkenswert. Die Indianer betrieben Ackerbau (vor allem Mais) und begannen sich in Städten anzusiedeln. Die größte der Städte der Mississippi-Kultur, Cahokia, in der Nähe des Zusammenschlusses von Missouri - River  und Mississippi-River gelegen, hatte im 12. Jahrhundert um 20 000 Einwohner. Inwieweit diese Entwicklung von den Indianern Mittelamerikas beeinflusst war, ist noch nicht abschließend erforscht.

Um das 13. Jahrhundert herum alledings begann ein Niedergang der Kulturen. Die Bevölkerungszahl ging zurück, Städte wurden verlassen. Die Expedition Herando de Sotos  im 16. Jahrhundert fand viele offensichtlich seit langer Zeit im Stich gelassener Plätze, der Austausch der Stämme und Kulturen untereinander war offensichtlich nur noch ein schwacher Abglanz dessen was sich mit Archäologischen Funden aus früherer Zeit rekonstruieren lässt.

Die Bewohner der Gegend gehörten zu den Sprachfamilien der Sioux (Quapaw,Biloxi), Algonkin - Sprachfamilie (Pamunky, Shawnee), Irokesische Sprache (Cherokee, Tuscarora, Westos),  Caddo, (Hasinai), Kadohadacho, Natchitoches), der Golfsprache (Atakapa, Chitimacha, Natchez, Tunica) und Timucan (Apalachen, Choctaw, Oristas, Cusabos, Chickasaw, Guales, Alabama).

Erste spanischen Expeditionen wurden 1527/28 von Panfilo de Navaez und Alvar Nunez Cabeza de Vaca sowie 1539/40 von Hernando de Soto 1539, der weit ins Landesinnere drang, durchgeführt. Obwohl es historisch noch umstritten ist, begann der Niedergang der Mississippi-Kultur weit vor den Expeditionen der Spanier, diese aber versetzen mit ihren Waffen und vor allem mit eingeschleppten Krankheiten den Ureinwohnern einen weiteren gravierenden Stoß.

Im 18. Jahrhundert bestanden sowohl spanische als auch französische und britische Siedlungen in der Gegend.

Aufnahme in die Union

1776 zählten von den 13 Gründungsstaaten der USA, sechs zu den sklavenhaltenden Südstaaten: Dalaware,Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina und Gergia. Gleichfalls als Sklavenstaaten wurden 1792 Kentucky, 1796 Tennessee, 1812 Louisiana, 1817 Mississippi und 1819 Alabama in die Union aufgenommen. Missouri war ab 1821 der einzige Staat nördlich der Mason Dixon-Linie, der die Sklaverei erlaubte. Weiter gelten als Südstaaten Arkansas, das 1836 der Union beitrat, sowie seit 1845 Florida und Texas.

Cotton Kingdom

Ihre größte ökonomische Bedeutung erreichten die Südstaaten zwischen den 1790ern und dem amerikanischen Bürgerkrieg. Baumwolle begann sich als primäres Agrargut durchzusetzen, sie trugen in dieser Zeit maßgeblich dazu bei, die britische Textilindustrie zu versorgen. Mehrere Millionen Hektar frühere Wildnis wurden erschlossen, begleitet wurde der Prozess von einer intensiven Modernisierung. Dieselbe Zahl von Arbeitern, die um 1800 einen Hektar Baumwolle bearbeiten konnte, bearbeitete um 1850 zwölf Hektar ergänzt um Maisfelder und andere Früchte zur Selbstversorgung. Die Entwicklung des Raddampfers fällt in die Zeit, ebenso wie die Ausbreitung der Eisenbahn zum Transport und die Einführung des Telegraphen. Waren die Menschen im größten Teil der Südstaaten um 1800 noch Selbstversorger, bestanden 1860 intensive Handelsbeziehungen zu den Nordstaaten, so gut wie alle Konsumgüter und Maschinen wurden importiert. Zentrum der Baumwollindustrie war der Staat Mississippi und hier besonders die südliche Gegend von Vicksburg entlang des Mississippi River mit dem städtischen Zentrum Natchez.

 Sklaverei

Die Sklaven in den Südstaaten kamen bis zu seinem Verbot 1808 durch den Atlantischen Sklavenhandel ins Land.

Die Sklavenarbeit auf den Tabak- und Baumwoll-Farmen und Plantagen der Südstaaten unterschied sich von der früher etablierten Sklavenarbeit auf den karibischen Zuckerrohrplantagen. Tabak- und Baumwollanbau war weniger kraftintensiv als Zuckerrohranbau - die Sklavenhalter konnten es sich leisten etwa zur Hälfte Frauen zu besitzen. Sie unterstützten in den meisten Fällen Familienbindungen, da diese nicht nur für (geldwerten) Nachwuchs sorgten, sondern auch die Gefahr von Aufständen drastisch verringerten, da potenziell beteiligte wesentlich mehr zu verlieren hatten als in der Karibik. Eine Gefahr, die auch dadurch verringert wurde, dass die Sklaven nie, wie in der Karibik, den größten Teil der Bevölkerung stellten.

Die Sklavenarbeit wurde entweder nach dem Gang - System geleistet oder nach dem Task-System. Im Gang-System arbeiteten die Sklaven den ganzen Tag unter einem (meist auch versklavten) Aufseher, im Task - System bekamen sie eine bestimmte Aufgabe gestellt und hatten frei, wenn sie diese vor Ablauf der angesetzten Zeit schafften.

Neben der Mehrzahl der Sklaven, die auf den Plantagen und Farmen arbeiteten, gab es auch Haussklaven und Facharbeiter. Die letzteren wurden oft in der Zeit in der es keine Arbeit auf der Farm gab, an Handwerker in den naheliegenden Städten vermietet, wodurch die Sklaven ein relativ großes Freiheitspotenzial hatten.

Die Chancen offiziell frei zu kommen, waren gering. Traditionell besaßen die Eigentümer das Recht ihre Sklaven in die Freiheit zu entlassen, meist wendeten sie das jedoch nur bei ihren eigenen (nicht anerkannten) Kindern mit weiblichen Haussklaven an. In den letzten Jahren vor der Sezession begann die Angst zu wachsen, dass Freigelassene die Sklaven zur Unruhe anstiften würden, das Recht der Freilassung wurde teilweise allein auf den Gouverneur der einzelnen Staaten verlagert.

Natürlich versuchten auch Sklaven zu fliehen. Mit Hilfe sympathisierender Personen und Abolitionisten gelang dies beispielsweise durch die Underground Railroad. Während Aufstände selten waren, kam Sabotage öfter vor. Gerade die handwerklich ausgebildeten Sklaven hatten sowohl das technische Verständnis als auch die Möglichkeiten an den Maschinen ihrer Besitzer größeren Schaden anzurichten, ohne dass ihre eigene Tat dabei offensichtlich wurde.

 Gründung der Konföderation

Wegen der Befürchtung, die neue republikanische Regierung unter Abraham Lincoln werde gegen die Sklaverei vorgehen, erklärte South Carolina im Dezember 1860, noch vor dem Amtsantritt des neugewählten Präsidenten, seinen Austritt aus der Union. Sie schlossen sich zu den Konföderierten Saaten von Amerika zusammen. Der noch amtierende Präsident James Buchanan war der Ansicht, dieser Austritt sei zwar illegal, es gebe aber andererseits auch keine rechtliche Grundlage dafür, ihn mit Gewalt zu verhindern; er blieb daher untätig, obwohl Lincoln ihn zum Handeln aufforderte. Diesem Schritt folgten bis zum April 1861 fast alle Staaten des tiefen Südens: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana und Texas. Nach dem Angriff South Carolinas auf das auf seinem Staatsgebiet gelegene, aber unter Bundesverwaltung stehende, Fort Sumter, der den Beginn des Bürgerkriegs markierte, traten auch Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee aus der Union aus. Die so genannten Grenzstaaten Kentucky, Maryland,Deleware und Missouri  verblieben dagegen in der Union; der Westteil Virginias spaltete sich seinerseits von Virginia ab und verblieb als neuer Staat West Virginia in der Union.

Nach dem Bügerkrieg

Auch nachdem die Südstaaten den Bürgerkrieg verloren hatten, sind Rassentrennung, Rassismus und subjektiv wahrgenommenen Rassenunterschiede, dort bis heute ein wichtiges soziales und politisches Thema. Rassentrennung  (Segregation) galt dort offiziell bis in die 1970er Jahre. Der Ku-Klux-Klan genoß große Unterstützung sowohl in der weißen Bevölkerung als auch unter den (ausschließlich weißen) sozialen Eliten. Erst die Bürgerrechtsbewegung der 1960er und der soziale Wandel, der durch vermehrten Zuzug einsetzt, konnten die Probleme zumindest etwas abschwächen.

Merkmale des Südens

Gemeinsam war damals allen Südstaaten eine starke landwirtschaftliche Ausrichtung - im Gegensatz zum schon weitgehend industrialisierten Norden. Vor allem in den Küstenebenen war die Plantagenwirtschaft weit verbreitet. Daher gab es in diesen Staaten die "peculiar institution", die besondere Einrichtung, wie die US-Verfassung die Sklaverei nannte. Zwischen den Plantagenbesitzern in der Ebene und den Kleinbauern in den Gebirgsregionen der Appalachen gab es erhebliche, wirtschaftlich bedingte Gegensätze. Daher kam es während des Bürgerkrieges zur "Sezession in der Sezession", zur Abspaltung West Virginias von Virginia und der versuchten Abspaltung Ost-Tennessees von Tennessee.

Trotz der Wiedervereinigung mit dem Norden nach dem verlorenen Sezessionskrieg gibt es bis heute spürbare Unterschiede zwischen beiden Landesteilen. Die sozio-kulturellen Gegensätze ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien und prägen - ausgesprochen oder unausgesprochen - seit der Phase der Reconstruction die Politik zwischen den Einzelstaaten und dem Bund. Vereinzelte Personen der Bevölkerung der Südstaaten (sogenannte Rednecks) verspüren auch heute noch eine Abneigung gegenüber den "Yankees" (Bewohner der Nordstaaten) aufgrund des verlorenen Sezessionskrieges.

In den Südstaaten entstanden Gospel, Blues, und Country-Musik. New Orleans war und ist ein wichtiges Zentrum für Blues und Jazz, Mempis  eines für Blues und Soul.Nashville, Tennessee ist das Zentrum der kommerziellen Country-Musik. Als "Geburtsstunde" des Rock ' n Rolls wird oft die erste Aufnahme vom aus Mississippi stammenden Elvis Presley in Memphis genannt. Der Dixieland - Jazz und der Southern Rock sind direkt nach den Südstaaten benannt.

Bekannt ist die Südstaatenküche und ihre Besonderheiten, Cajun- Food, Soul - Food und Tex Mex.

Ein gebräuchliches Synonym für die Südstaaten ist Dixie. Der Name soll entweder von dem Begriff "Mason-Dixon-Linie" abgeleitet worden sein oder er leitet vom französischen Wort "dix" her, welches früher in den Südstaaten auf den Dollarnoten zu finden war. Die Landvermesser Mason und Dixon hatten die Grenzlinie vermessen, die die Trennung zwischen den amerikanischen Staaten bezeichnete, südlich derer die Sklaverei erlaubt und nördlich derer sie verboten war.

   CSA State Seals

Im Überblick die Daten des Austritts aus der Union:

  • South Carolina: 20. Dezember 1860
  • Mississippi: 9. Januar 1861
  • Florida: 10. Januar 1861
  • Alabama: 11. Januar 1861
  • Georgia: 19. Januar 1861
  • Louisiana: 26. Januar 1861
  • Texas: 23. Februar 1861
  • Virginia: 17. April 1861
  • Arkansas: 6. Mai 1861
  • Tennessee: 6. Mai 1861
  • North Carolina: 20. Mai 1861

 

Quelle: Wikipedia,

www.jewish-history.com

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